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KUNSTFEST WEIMAR 2022 »ein uneingeschränkter Erfolg«

Abschlussmeldung zur Bilanz des diesjährigen Festivals


Das 33. KUNSTFEST WEIMAR ist seit vergangenem Wochenende Geschichte: 2022 fanden rund 140 Veranstaltungen in rund 30 Spielorten in Weimar und ganz Thüringen statt, unter den 45 Projekten waren 17 Ur- und Erstaufführungen zu verzeichnen. Unter der Überschrift »Sehnsucht nach morgen« besuchten – entsprechend dem vorläufigen Ergebnis – zwischen dem 24. August und 10. September rund 26.000 Zuschauer:innen das KUNSTFEST, bei rund einem Drittel weniger Veranstaltungen als im Vorjahr. Aufgrund der in den vergangenen beiden Jahren kapazitätsbeschränkten Veranstaltungen in Innenräumen war das Angebot an kostenlosen Projekten im öffentlichen Raum 2020 und 2021 noch größer, sodass der Rückgang um 1.000 Besucher:innen in der Gesamtbesucherzahl gering ausfällt. Demgegenüber stieg der Ticketumsatz (bei erstmals wieder vollen Platzkapazitäten) um rund 25 % auf 6.650 Tickets, was den Ergebnissen vor der Pandemie entspricht. Demnach ist das KUNSTFEST WEIMAR – das als einziges großes deutsches Sommerfestival auch 2020 & 2021 durchgängig voll analog stattfinden konnten – weitgehend unbeschadet durch die Pandemie gekommen. 

Festivalhits ´22 waren die Eröffnungsproduktion »Der Olivenhain« der israelischen Künstlerin Sigalit Landau und des Choreografen Nir de Volff. Die beiden südafrikanischen Tanzgastspiele mit Choreografien von Gregory Maqoma fanden ebenso große Resonanz wie das Jazzkonzert »4 Wheel Drive« der Jazz-Stars Nils Landgren, Michael Wollny, Lars Danielsson und Wolfgang Haffner. Und auch das Abschlusskonzert »Weimar I Babylon« in Kooperation mit Achava Festspielen und Jazzmeile Thüringen begeisterte das Publikum. Großen Zuspruch fanden auch die Ausstellung »Angel of history« von Aura Rosenberg im Bauhaus Museum Weimar und das über ganz Thüringen gezogene Performance- und Ausstellungsprojekt »Dirty Talking – Thüringer Verführungen« u.a. mit Starschauspieler Dominique Horwitz, den die Süddeutsche Zeitung als »Teufelskerl« bezeichnete. Die Musiktheater-Uraufführung »Welcome to paradise lost« von Falk Richter und Jörn Arnecke und das Enhanced Reality-Projekt »Animate« von Chris Salter in der KET-Halle waren restlos ausverkauft, »Animate« wurde von der FAZ als Prognose »zum Theater in zehn Jahren« gefeiert. 

Die weiteren Pressereaktionen auf das KUNSTFEST WEIMAR 2022 reichten von Thüringen bis in die USA und waren vielfältig und zumeist positiv bis euphorisch. Die New York Times bescheinigte dem KUNSTFEST eine »kluge Kuratierung« und berichtete u.a. begeistert von den KUNSTFEST-Projekten »Werwolfkommandos« von Marie Schwesinger, der Rosenberg-Ausstellung und der Uraufführung von Thomas Köcks »Solastalgia« in Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt. Dem »Top-Theaterautor« bescheinigte die Süddeutsche Zeitung einen »großartigen« Text, der »wütend, entrüstet, vielleicht auch noch nie so entsetzt und traurig« gewesen sei. Das Opernprojekt »Aria di Potenza« des jungen polnischen Regiestars Krystian Lada empfand der Deutschlandfunk als »grandiosen, hochaktuellen und präzisen Abend«. Die zweitgrößte polnische Tageszeitung Rzeszpospolita wertete das »diesjährige Kunstfest Weimar als einen uneingeschränkten Erfolg«. Festivalleiter Rolf C. Hemke sagte: »Wir können künstlerisch – glaube ich – mehr als zufrieden sein, wie uns die Publikumsresonanz aber auch die lokale, überregionale und internationale Presseresonanz spüren lässt. Damit hat das KUNSTFEST einmal mehr bewiesen, aktuelle, zeitgenössische Kunst mit großer Strahlkraft zeigen zu können, die auch das Publikum im ganzen Freistaat erreicht.«

Im nächsten Jahr wird sich das KUNSTFEST vom 23. August bis 10. September 2023 u.a. dem Thema 100 Jahre Bauhausausstellung Weimar widmen. Den Auftakt wird dann die Premiere von Alfred Jarrys »König Ubu« in der Regie von US-Starregisseur Robert Wilson bilden. 

© Thomas Müller