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Werner Fritsch: »Faust Sonnengesang I-IV« Ouvertüre, Europa, Amerika, Asien Und Faust Sonnengesang Triptychon

Ein filmisches Poem von morgens bis Mitternacht

In Bild und Wort gleicht das Filmgedicht »Faust Sonnengesang« einer Faust, die sich öffnet: Jeder Finger entspricht einem Kontinent. Im Gegensatz zur herrschenden Kultur der Trennung und Spaltung, versucht »Faust Sonnengesang« dezidiert das Verbindende zwischen Menschen und Kulturen zu zeigen – wenn man so will, als Gegenentwurf zur Globalisierung: Statt fremde Kulturen mit den eigenen Bildern zu überschreiben, ruft das Filmgedicht deren und ihrer Natur ureigene Bilder herauf, die im Kopf der Zuschauenden zusammentreffen und auf dialogisch-gleichberechtigte Weise ein vom Bisherigen abweichendes Bild der Welt kreieren. So steht »Faust Sonnengesang« im Zeichen der Aufklärung, deren Symbol die Sonne ist und ebenso im Zeichen des Sonnenhymnus von Pharao Echnaton, jener ersten Hymne des Jetzt, in der die Sonne als Symbol allumfassender, lebensspendender Kraft erscheint. Die Suggestion setzt sich bei Werner Fritsch gleichzeitig aus Worten, Bildern und Klängen zusammen. Diese bilden mit ihren Clustern eine machtvolle Simultaneität, eine rauschhafte Synästhesie, die kein Pathos scheut, um zu verzaubern, zu beschwören und in Ekstase zu versetzen. Schönheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie überwältigt, löst Grenzen auf oder verschiebt sie. Nach dem Triptychon »Faust Sonnengesang« das 2021 während des Kunstfest als Installation im Bauhaus-Museum zu sehen war, kehrt Werner Fritsch nun mit dem aktuellen Stand seines andauernden work in progress für ein einmaliges, 15-stündiges Screening nach Weimar zurück. Eintritt und Verlassen des Kinos ist jederzeit möglich.

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  • Sa 30.8. • 09:00
Kino mon ami
Ab 14 Jahren
15 Stunden
Barrierefrei