William Kentridge, Handspring Puppet Company:
Faustus in Africa!
Die Legenden kehren zurück – William Kentridge und Handspring Puppet Company nach 30 Jahren wieder in Weimar
Dreißig Jahre nach dem unvergessenen Erfolg der deutschen Erstaufführung beim Kunstfest Weimar präsentieren der weltbekannte Künstler William Kentridge und die gefeierte Handspring Puppet Company eine spektakuläre Neuinterpretation ihres preisgekrönten Stücks »Faustus in Africa!«. Zum 70. Geburtstag von Kentridge erlebt das Publikum dieses bahnbrechende Projekt als internationale Koproduktion neu. Die zeitlose Geschichte um Fausts verhängnisvollen Pakt wird hier ironisch-respektlos neu erzählt: Eine afrikanische Safari eskaliert zu einem absurden Amoklauf aus Gier, Macht und hemmungsloser Leidenschaft. Mit meisterhaftem Puppenspiel der international gefeierten Handspring Puppet Company und begleitet von William Kentridges unverwechselbaren Animationen, entsteht ein Bühnenkosmos, der sich kritisch mit Kolonialismus und der Klimakrise auseinandersetzt. Die hochkarätige Besetzung um Atandwa Kani und Jennifer Steyn erweckt die düster-komödiantische Odyssee mit leidenschaftlicher Energie zum Leben. Unterstützt von der mitreißenden Musik der Komponisten Warrick Sony und James Phillips entfaltet sich auf der Bühne ein Sog, der bis zum letzten Moment fesselt. Die Kernfrage, die »Faustus in Africa!« seinen Zuschauer: innen stellt, ist dabei aktueller denn je: Welche moralischen Kompromisse gehen wir für kurzfristige Vorteile ein? – Eine Reflexion, die mitten ins Herz der drängenden Themen unserer Gegenwart trifft.
Die markanten, handgezeichneten Trickfilme von William Kentridge schlagen dabei den Bogen aus der Geschichte heraus und zeigen dabei die Gegenwart in neuem Licht – vor 30 Jahren wie heute. So wird im Trickfilm der Pakt zwischen Mephisto und Faust als Dokument visualisiert, das in englischer und hebräischer Sprache gehalten ist. William Kentridge, selber jüdischer Herkunft, bezog die Inspiration zur Gestaltung der Sequenz nach eigenen Angaben von einer alten Familienurkunde. Zudem trägt die Benutzung einiger hebräischer Worte symbolische Dimension, denn hebräisch ist die heilige Sprache der Bibel, zudem war Goethe, wie sich aus zahlreichen Quellen ergibt, selber sowohl mit dem Jiddischen als auch dem Hebräischen vertraut.
+++ Vor Beginn der Aufführung wird der künstlerische Leiter des Kunstfests Weimar, Rolf C. Hemke, auf der Bühne verabschiedet (ca. 10-20 Minuten). +++
-
So 7.9. • 17:00