Eine Collage mit 12 Bildern von Frauen und Männern die vor verschiedenen Orten stehen wie das Meer, einem Spielplatz oder einer bunten Häuserwand.

© Sabine Felber

Ausstellungseröffnung und Gespräch »See my Story. Copyright by Madgermanes«

Mit Sabine Felber, Victor Faustino und Josepha Kirchner

Mehr als 20.000 Menschen aus Mosambik arbeiteten in den 1980er Jahren in DDR-Betrieben, auch in Thüringen. Anlässlich der Eröffnung der multimedialen Ausstellung → See my Story. Copyright by Madgermanes sprechen Victor Faustino (Mosambikanischer Verein in Thüringen), Kulturwissenschaftlerin Josepha Kirchner und Fotografin Sabine Felber über die Folgen, die die Abkommen zwischen den sozialistischen »Bruderländern« für die Biografien derjenigen hatten, die sich vor rund 40 Jahren in der DDR begegneten.

Victor Faustino, geboren im Norden Mosambiks, verbrachte seine Kindheit und frühe Jugend als Flüchtlingskind in Dar-es-salaam, Tansania, bevor er mit 16 Jahren wieder nach Mosambik zurückkehrte. Im Juli 1981 kam er im Rahmen eines Abkommens zwischen der DDR und der Volksrepublik Mosambik nach Wiehe im Norden Thüringens, wo er zum Agrotechniker und Mechanisator ausgebildet wurde. Im Jahr 1989, begann er ein Studium an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig, welches er 1993 als Agraringenieur für tropische Landwirtschaft abschloss. Anschließend absolvierte er eine Berufsausbildung zum Kommunikationselektroniker. Seit 1999 lebt er in Erfurt. Als Hobby-Radio-Macher moderiert er seit 25 Jahren die Sendung »African Spirit« beim Radio FREI in Erfurt. Er ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des Mosambikanischen Vereins in Thüringen e.V.

Josepha Kirchner ist ausgebildete Kulturwissenschaftlerin und Urbanistin. Ihre Master-Abschlussarbeit verfasste sie zum Thema Vertragsarbeit in der DDR am Fallbeispiel Weimar. Damit wollte sie den Vertragsarbeitenden selbst eine Stimme geben und herausfinden, wie es für die war, in Weimar zu leben und zu arbeiten. Damit die gesammelten Geschichten nicht in einer Schublade der Universität verschwinden, stellte sie im Dezember 2022 mit einem kleinen Team die Ergebnisse der Forschungsarbeit in der KET-Halle Weimar aus. Anschließend arbeitete sie für die Netzwerkstelle Industriekultur Sachsen-Anhalt an der kritischen Aufarbeitung von Industriegeschichte am Standort Ferropolis.

Sabine Felber ist Künstlerin, Soziologin und freie Fotografin. Sie lebt in Berlin und arbeitet regelmäßig im Ausland. Ihre Fotografien dokumentieren soziale Lebensräume und Menschen u.a. in internationalen Metropolen wie Berlin, Hongkong, Paris, Peking und Sydney. Sie verbindet Fotografie und digitales Storytelling zu autobiografischen Selbstporträts. 2025 realisierte sie die Ausstellung »See my Story. Copyright by Madgermanes« im Mosambikanisch-Deutschen Kulturinstitut in Maputo, die 2026 an verschiedenen Städten Ostdeutschlands gezeigt wird.

Im Rahmen des Kunstfest-Programms greifen auch die Filmvorführung → The Homes We Carry (24.8.) und der Stadtspaziergang → »Auf den Spuren von Vertragsarbeit in Weimar« (24. & 30.8.) aktuelle Perspektiven auf die mosambikanisch-deutsche Migrationsgeschichte auf.

  • Ein Projekt des Afrika Medien Zentrum e.V. Berlin und Sabine Felber.
  • In Kooperation mit dem CCMA-Centro Cultural Moçambicano-Alemão / Goethe-Zentrum Maputo.
  • Gefördert durch: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Eine Collage mit 12 Bildern von Frauen und Männern die vor verschiedenen Orten stehen wie das Meer, einem Spielplatz oder einer bunten Häuserwand.

© Sabine Felber

  • Do 20.8. • 17:30
  • Sprache Deutsch
Lichthaus Weimar
Eintritt frei
Hinweis zu Inhalten und sensorischen Reizen

Inhaltshinweise:

• Thematisierung von rassistisch motivierter Gewalt und rassistischen Anschlägen, Abschiebung und (gewaltvolle) Trennung von Familien

 

Videos:

• Rassistische Gewalt (António Hoana, José Cossa, Lurdes Eli Uate)
• Zeigen einer Narbe (António Hoana)
• Tod durch rassistische Gewalt (José Cossa)
• Häusliche Gewalt (Lúcia Bila)
• Tod durch Krebs (Lurdes Eli Uate)

  • Ein Projekt des Afrika Medien Zentrum e.V. Berlin und Sabine Felber.
  • In Kooperation mit dem CCMA-Centro Cultural Moçambicano-Alemão / Goethe-Zentrum Maputo.
  • Gefördert durch: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur