(D, 1920): »Romeo und Julia im Schnee« / »Kohlhiesels Töchter«
»Romeo und Julia im Schnee«
Regiestar Ernst Lubitsch stand 1920 im Zenit seiner Karriere in Deutschland und dominierte die Leinwände der Weimarer Kinos. Die STUMMFILM-RETROSPEKTIVE würdigt den Regisseur mit einer Doppelvorführung von zwei grotesken Shakespeare-Adaptionen: In »Romeo und Julia im Schnee« führt Lubitsch die weltberühmte Tragödie ad absurdum und verlegt sie in den verschneiten Schwarzwald. Hier stehen sich die verfeindeten schwäbischen Bauernfamilien »Capulethofer« und »Montekugerl« gegenüber, deren liebestrunkene Sprösslinge ihrem Dasein ein frühes Ende setzen wollen. Dem lebensmüden Paar verkauft der Apotheker anstelle von Gift jedoch nur Zuckerwasser.
»Kohlhiesels Töchter«
Diese freie Adaption von Shakespeares »Der Widerspenstigen Zähmung« wurde zu einem der größten Kinoerfolge des Jahres 1920. Der Gastwirt Kohlhiesel hat zwei ungleiche Töchter: Die liebreizende Gretel darf erst heiraten, wenn ihre ältere, kratzbürstige Schwester Liesel unter der Haube ist. Der Jagdbursche Xaver befolgt den arglistigen Rat eines Rivalen, zunächst Liesel zu ehelichen und mit Schikanen zur Scheidung zu zwingen, um dann Gretel heiraten zu können. Lubitschs Clou: Henny Porten in einer Doppelrolle spielt beide Schwestern und brilliert besonders als Liesel mit Charme und schauspielerischer Präsenz.
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Fri 4.9. • 19:30