h_ebw_ph_1337566.jpg

© Fotoarchiv der Bundesstiftung Aufarbeitung, eastblockworld, EBW_PH_1337566

Franziska Winkler: Schlucken

Literarische Aufarbeitung der Unterdrückung von Sprache und Identität

SCHLUCKEN ist der Arbeitstitel von Franziska Winklers aktuellem Romanprojekt über die Geschichte einer taub-hörenden Familie und über die Gewalt, die Taube Kinder in DDR-Internaten erfuhren – dem Verbot ihrer Sprache, ihrer Gebärden, ihrer Bedürfnisse. Auf drei Zeitebenen verfolgt der Text, wie sich diese Erfahrungen über Generationen in Körper und Beziehungen einschreiben. Grundlage sind gebärdensprachliche Interviews und Archivrecherchen sowie die eigene Familiengeschichte der Autorin als hörende Tochter Tauber Eltern. Für das Kunstfest Weimar ist eine szenische Lesung entstanden, in der eine Taube und eine hörende Schauspielerin den Text in Deutscher Gebärdensprache und Lautsprache auf die Bühne bringen. Was auf den Buchseiten nebeneinander steht, tritt hier in den Raum ein: die Spannung zwischen zwei Sprachwelten, die Körperlichkeit der Gebärden, das Schweigen dazwischen. Im Anschluss findet ein Gespräch mit der Autorin Franziska Winkler, der Zeitzeugin Erika Beyer und dem Deaf-Historiker Helmut Vogel statt.

»Schlucken« ist Teil des Schwerpunktwochenendes Deutsche Gebärdensprache (DGS), zu dem gleichermaßen hörende und Taube Menschen eingeladen sind. Gemeinsam mit → »Pas Moi« ist die Veranstaltung im → Kombi-Ticket erhältlich.

FRANZISKA WINKLER

FRANZISKA WINKLER ist Autorin, Herausgeberin sowie Kuratorin für Literaturprojekte mit Gebärdensprache. Franziska Winkler wuchs als Tochter Tauber Eltern auf. Sie studierte zunächst Kultur- und Medienwissenschaften (BA) an der Universität Bremen und der Yeditepe Universität in Istanbul. Sie studierte Deaf Studies (BA) an der Humboldt-Universität zu Berlin, setzt sich kritisch mit dem Thema Audismus auseinander und engagiert sich für emanzipatorische Literaturprojekte. Gemeinsam mit Katharina Mevissen gründete sie 2017 die freie Literaturinitiative handverlesen, die Texte in Deutscher Gebärdensprache übersetzt, vermittelt, verbreitet und so in Bewegung setzt. Von 2022 bis 2023 war Franziska Winkler Hauskünstlerin am Burg Hülshoff – Center for Literature. Ihre Anthologie »handverlesen – Gebärdensprachpoesie in Lautsprache« erschien 2023 bei hochroth München. 2024 erhielt sie ein Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen und nahm an der Autor*innenwerkstatt Prosa im Literarischen Colloquium Berlin teil.

»Ich führe seit 2017 Projekte mit Tauben und hörenden Künstler*innen durch, die stets die Gleichzeitigkeit von Gebärdensprache und Lautsprache mitdenken. In erster Linie geht es bei den Projekten um Gebärdensprachpoesie und deren Verbreitung, aber auch darum, Tauben Künstler*innen mehr Sichtbarkeit im stark hörend dominierten Kultur- und Literaturbetrieb zu ermöglichen.«

  • Performance: Katharina Hackhausen, Athena Lange
  • Text und Umsetzung: Franziska Winkler
  • Dolmetscher*innen für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache : Neely de Jong, Caterina Macht
  • Dramaturgie: Hermann Müller
  • In Zusammenarbeit mit dem DNT Weimar und der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.
  • Gefördert durch: Max Zöllner Stiftung; Wortwächter, ein Projekt von ALG e.V. und Mutwerk e.V., gefördert durch das Bundesprogramm »Jugend erinnert!« – Förderlinie SED-Unrecht des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und der Bundesstiftung Aufarbeitung; Förder- und Freundeskreis Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar e.V.
h_ebw_ph_1337566.jpg

© Fotoarchiv der Bundesstiftung Aufarbeitung, eastblockworld, EBW_PH_1337566

  • Sa 29.8. • 19:30

    Uraufführung

    Diese Veranstaltung ist im »Kombi-Ticket Schlucken & Pas Moi« enthalten (30€). -> Zur Kombi-Ticket Buchung

  • Sprache Deutsche Gebärdensprache (DGS), Lautsprache
DNT Weimar, Foyer
90 Minuten
Ab 14 Jahren
Nicht rollstuhlgerecht
Kombi-Ticket »Schlucken« + »Pas Moi«
Hinweis zu Inhalten und sensorischen Reizen

Inhaltshinweise:

• Audismus- und Ableismus
• Der Text thematisiert institutionelle Gewalt gegen Kinder, Zwangsoralismus, körperliche Bestrafung, Zwangsernährung sowie intergenerationale Traumata.

  • Performance: Katharina Hackhausen, Athena Lange
  • Text und Umsetzung: Franziska Winkler
  • Dolmetscher*innen für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache : Neely de Jong, Caterina Macht
  • Dramaturgie: Hermann Müller
  • In Zusammenarbeit mit dem DNT Weimar und der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.
  • Gefördert durch: Max Zöllner Stiftung; Wortwächter, ein Projekt von ALG e.V. und Mutwerk e.V., gefördert durch das Bundesprogramm »Jugend erinnert!« – Förderlinie SED-Unrecht des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und der Bundesstiftung Aufarbeitung; Förder- und Freundeskreis Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar e.V.
Ankündigung in DGS zu den Veranstaltungen »Schlucken« und »Pas Moi« beim Kunstfest Weimar 2026