VIII. Weimarer Stummfilm-Retrospektive:
Das Phantom der Oper
Stummfilm mit der schaurig-schönen Musik von Gabriel Thibaudeau
Unter der prunkvollen Pariser Oper liegt ein Labyrinth unheimlicher Katakomben, in denen ein Phantom haust, das gelegentlich in der Oper selbst sein Unwesen treibt. Es liebt und begehrt die Sängerin Christine. Durch Erpressung und gezielte Attentate bringt es die Direktion dazu, Christine die Hauptrollen in Gounods »Faust« singen zu lassen. Schließlich entführt das geheimnisvoll maskierte Phantom seine Geliebte und offenbart sein grausiges Antlitz. Christines Liebhaber Raoul nimmt die Verfolgung in die Unterwelt auf und gerät von einer sadistischen Falle in die nächste.
Lon Chaney brilliert in einer seiner eindrucksvollsten Darstellungen in einer der bemerkenswertesten Masken der Filmgeschichte. Der dynamisch und unterhaltsam inszenierte Stummfilm wartet neben gelungenen Schauereffekten mit frühen Farbaufnahmen auf und benutzt effektvolle Handkolorierungen für besonders elegante Effekte. Der Film war so erfolgreich, dass er 1929 erneut in die Kinos gebracht wurde, mit Ton und neu gedrehten Szenen versehen. Heute gilt dieser frühe Horrorfilm als Meilenstein der Stummfilmkunst. Genau vor 100 Jahren flimmerte er über Weimars Leinwände und wurde in der Werbung überschwänglich gepriesen mit den Worten: „Der Film, der von der Weltpresse einmütig als eines der größten Meisterwerke der Internationalen Produktion bezeichnet wird. (…) Es ist eine Tat, eine grandiose Schöpfung“. (Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland, Weimar, 14.01.1926).
Die mitreißende Filmmusik schuf der kanadische Komponist Gabriel Thibaudeau 1990 für kleines Orchester, Orgel, Synthesizer und Sopran. Zitate aus Gounods »Faust«-Oper kommen ebenso zu Gehör wie schaurig-schöne Gruselklänge.
Dirigent Burkhard Götze, Preisträger des Deutschen Stummfilmpreises 2021, gehört zu den Experten der frühen Filmmusik, dirigierte namhafte Orchester wie das Staatsorchester Braunschweig, das Kyiv Symphony Orchestra und das Deutsche Filmorchester Babelsberg, leitete zahlreiche Uraufführungen (u.a. die Stummfilmkonzerte im Rahmen vom Kunstfest 2020 und 2021) und ist in zahlreichen Genres zuhause. 2017 gründete er mit dem Metropolis Orchester Berlin das erste echte Kinoorchester auf europäischen Boden seit der Stummfilmzeit.
Das Filmkonzert ist Teil der VIII. Weimarer Stummfilm-Retrospektive. Weitere Stummfilm-Termine: 20.9. bis 25.9.2026 im Lichthaus Kino Weimar → www.lichthaus.info
- Live-Musik: Staatskapelle Weimar
- Dirigent: Burkhard Götze
- Komposition: Gabriel Thibaudeau (1990)
- Projektleitung: Dr. Simon Frisch, Dirk Heinje, Sven Opel, Dr. Jens Riederer, Richard Siedhoff
- Eine Veranstaltungsreihe des Lichthaus Kino Weimar in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar, dem Stadtarchiv Weimar und dem Kunstfest Weimar.
- Unterstützt durch: Thüringer Staatskanzlei, Sparkasse Mittelthüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar
-
Fr 4.9. • 19:00
-
Englisch mit deutschen Untertiteln
Rollstuhlgerecht
Hinweis zu Inhalten und sensorischen Reizen
Sensorische Reize:
• Dramatische Musik mit einigen düsteren Sound-Effekten
• Film in monochromen Farben (nicht s/w) mit zwei Szenen in surrealen Zweifarben-Technicolor
• Verdunkelter Saal
• Spielendes Orchester, Dirigent mit wilden Bewegungen
Inhaltshinweise:
• Horrorfilm: Schockmomente, Entführung, angedrohte Gewalt
• Stummfilm mit Live-Orchester
• Darstellung einer geistig kranken Person als Monster
- Live-Musik: Staatskapelle Weimar
- Dirigent: Burkhard Götze
- Komposition: Gabriel Thibaudeau (1990)
- Projektleitung: Dr. Simon Frisch, Dirk Heinje, Sven Opel, Dr. Jens Riederer, Richard Siedhoff
- Eine Veranstaltungsreihe des Lichthaus Kino Weimar in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar, dem Stadtarchiv Weimar und dem Kunstfest Weimar.
- Unterstützt durch: Thüringer Staatskanzlei, Sparkasse Mittelthüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar