Maqomas »Genesis« – noch eine Uraufführung!

Maqomas »Genesis« – noch eine Uraufführung!

Weimar, 28. August 2025

Kolumne von Rolf C. Hemke 

Mit dem fünften Projekt in sechs Jahren gastiert Gregory Maqoma beim Kunstfest in Weimar! Jedesmal war der südafrikanische Starchoreograph ausverkauft. Nun kommt er erstmal – und das halbwegs überraschend – sogar mit einer Uraufführung nach Weimar! Die Premiere von »Genesis« war ursprünglich in Südafrika geplant – doch wie das bei Kreationen manchmal so ist: Jetzt kommen seine heimischen Fans erst im Februar 2026 im Baxter Theatre von Kapstadt in den Genuss. Vorher wird Premiere gefeiert in Weimar! Weitere Aufführungen sind im großen Théâtre de la Ville in Paris und in Manchester geplant. Maqoma, der für seine interdisziplinären Tanzproduktionen europaweit gefeiert wird, entfaltet in »Genesis« die Geschichte von Ursprung und Identität auf eine eindrucksvolle Weise, die die Zuschauer tief in die kulturellen und existenziellen Dimensionen der afrikanischen Geschichte eintauchen lässt. »Genesis« verbindet Tanz, A Capella-Gesang und visuelle Kunst zu einer transnationalen Erzählung. Maqoma verwendet dabei ein hochgradig expressives Bewegungsrepertoire, das nicht nur körperliche Kraft, sondern auch eine tiefe emotionale und spirituelle Verbundenheit mit der Herkunft und den historischen Wurzeln seiner afrikanischen Heimat vermittelt. Mit einer klaren Botschaft über das Streben nach kultureller Eigenständigkeit und Selbstbestimmung setzt Maqoma ein kraftvolles Zeichen gegen koloniale Erzählungen. Ein Stück, das sicherlich nicht nur aufgrund der hinreißenden, polyphonen live A Capella noch lange nachhallen wird.